Erbrecht Lexikon

Abkömmling

Die direkten Nachkommen eines Menschen sind Abkömmlinge. Somit sind Abkömmlinge die Kinder egal ob verheiratet oder nichtehelich.

Abkömmlinge gehören zu den gesetzlichen Erben der 1. Ordnung und erben immer einen Pflichtteil. Nur unter ganz besonderen Umständen kann man seinem Abkömmling auch den Pflichtteil entziehen. Dafür müssen schwere Straftaten vorliegen. 

Ablieferungspflicht

Jemand der eine Testaments Urkunde besitzt, hat die Pflicht nach dem Tod des Erblassers diese beim Nachlassgericht vorzulegen.  Die Abgabe des Testaments muss unverzüglich gesehen. Falls das Testament bei einem Betreuer aufbewahrt ist, muss der Betreuer zum Nachlassgericht und das Testaments abgegeben. 

Annahme der Erbschaft

Die Annahme der Erbschaft ist eine Erklärung, entweder stillschweigend oder ausdrücklich, Erbe sein zu wollen und somit das Erbe anzunehmen. Ausdrücklich nimmt der Erbe die Erbschaft an, wenn er es schriftlich oder mündlich bestätigt, den Nachlass zu behalten. Das Erbe gilt ebenfalls als angenommen, wenn die Frist (innerhalb von 6 Wochen) der Ausschlagung abgelaufen ist. In Deutschland ist der Gesamtrechtsnachfolger zum Zeitpunkt des Todes der vorläufige Erbe. 

Alleinerbe

Ein Alleinerbe ist die jene Person die aufgrund der gesetzlichen Erbfolge als einziger Erbe berufen ist, oder aufgrund testamentarischer Bestimmung durch den Erblasser erlassen wurde. Als der Alleinerbe wird man mit Annahme der Erbschaft der Rechtsnachfolger des Verstorbenen und das mit allen Rechten und Pflichten:

  • Eigentümer
  • Besitzer
  • Gläubiger
  • Schuldner

Der Alleinerbe erhält somit sämtliche Hinterlassenschaften, gute wie auch schlechte. Einen Alleinerben gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen. Falls nur ein einziger, gesetzlicher Erbe vorhanden ist und niemand sonst als Alleinerbe im Testament benannt ist, ist die Sachlage klar. In manchen Situationen kann es vorkommen, dass es zu Unklarheiten kommt, denn das Gesetz sieht für gesetzliche Erben immer einen Pflichtteil vor. In fraglichen Fällen ist es besser zu einem Fachmann zu gehen, dann werden sämtliche Fragen aus dem Weg geräumt.

Beerdigungskosten

Die Beerdigungskosten sind von dem Erben zu zahlen. Gibt es keinen Erben, oder jemanden der die Beerdigung bezahlen kann gibt es eine Sozialamtsbestattung. Hierbei werden die nötigsten Kosten durch das Sozialamt übernommen.

Was gehört zu Beerdigungskosten?

Je nach Aufwand, Art der Bestattung, sowie der Gestaltung der Bestattung- und Trauerfeier können die Kosten stark schwanken.

  • Bestattungskosten/Friedhofsgebühren
  • Grab- und Beisetzungskosten
  • Urnengrab, oder Grab mit Grabstein
  • Seebestattung
  • Trauerfeier
  • Blumen und Kränze

Die Kosten bewegen sich zwischen 5000 Euro und 8000 Euro.

Berliner Testament

Es eignet sich für Eheleute und Lebenspartner. Das Ziel: Der hinterbliebene Ehegatte und Partner soll Alleinerbe werden. Der Anspruch der Kinder wird auf den Pflichtteil und deren Quote begrenzt. Sinn, es wird die Zerschlagung des Vermögens verhindert.

Doch Vorsicht: In Patchworkfamilien können die eigenen Kinder vom Erbe ausgeschlossen werden. Bärbel Ritter in Reutlingen Rommelsbach berät Ehepaare und Lebenspartnerschaften umfassend zum Berliner Weg unter Berücksichtigung des doppelten Anfalls der Erbschaftssteuer bei der richtigen Berechnung.

Erbfähigkeit

Erbfähigkeit ist die Fähigkeit Erbe werden zu können. Erben könne nur natürliche oder juristische Personen werden, denn ein Erbe muss Träger von Rechten und Pflichten sein können. Ein Erbe muss zur Zeit des Erbfalls leben. Tiere und Sachen können nicht erben.

Erbvertrag

Dies ist eine verbindliche Alternative zum Testament. Mit ihm regelt der Erblasser eine verbindliche Erbeinsetzung, ein Vermächtnis, oder Auflagen für die Erben mit den Erben. Verbindlich heißt, der Erblasser kann den Vertrag nicht einseitig ändern. Er kann und darf sein Vermögen nicht verschenken, um den im Erbvertrag bestimmten Erben nachträglich auszubooten, kann der Erbe eine vertragswidrige Schenkung nachweisen. Kann er das Vermögen von Beschenkten zurückverlangen. Für weitere Informationen raten wir dazu, kompetente Juristen zu konsultieren oder Sie rufen direkt bei Frau Ritter an und vereinbaren einen Beratungstermin. So erreichen Sie uns direkt per Telefon: 07121 96180

Erbquote

Ohne Testament bestimmt das Gesetz die Erbanteile. Als Erbrecht-Kanzlei können wir Ihnen gerne die resultierende Erbquote berechnen.

Beispiel: Ein Erblasser hinterlässt Kinder und Ehefrau. In diesem Fall erbt die Witwe ¼ des Erbes. Haben die Eheleute in Zugewinngemeinschaft gelebt, steigt nach geltendem Recht der gesetzliche Erbteil der Witwe auf 50 % des Erbes. Die Kinder des Erblassers bekommen in beiden Fällen anteilig den Rest. Wir berechnen die Erbquote in jedem Fall für jeden Erben und zeigen Ihnen alle juristischen Möglichkeiten innerhalb des geltenden Rechts auf.

Enterbung

Eine Enterbung entbindet einen Abkömmling vom Erbe. Damit kann ein Erblasser vermeiden dass bestimmte Personen, Verwandte oder auch Ehepartner etwas von Ihm erben.

Um zu vermeiden, dass ein Abkömmling etwas erbt muss man ein Testament oder einen Erbvertrag schreiben in dem man Ihm von dem Erbe ausschließt. Das ist eine sogenannte Enterbung.

Erbfallschulden

Mit dem Tod hinterlässt der Verstorbene Erbfallschulden. Diese Verbindlichkeiten wie Beerdigungskosten müssen bezahlt werden, sowie Vermächtnis- und Pflichtteilsansprüche bezahlt werden. Ebenso muss der Nachkomme die nachlasskostenschulden tragen. Die Erbfallschulden müssen von dem Erben beglichen werden egal ob von dem Privatvermögen oder der Erbschaft.

 

Erbnachweis

Falls der Erbe seine Rechte wahrnehmen möchte, muss dieser das Erbe mit Urkunden legimitieren. Um die Bankkonten ändern zu lassen, oder einen Grundbucheintrag muss er einen Erbschein vorlegen. Hat er jedoch ein notarielles beglaubigtes Testament oder einen Erbvertrag reicht eine beglaubigte Kopie hiervon. Allerdings muss der Erbe im Testament oder im Erbvertrag namentlich erwähnt sein, sonst reicht das nicht aus. 

Erbschein

Der Erbschein ist eine Urkunde des Nachlassgerichts und beurkundet wer das Erbe des Verstorbenen geerbt hat. Der Erbe kann sich mit dem Erbschein gegenüber den Banken, Grundbuch, Versicherungen und diversen anderen ausweisen.

Es gibt verschiedenen Arten von Erbscheinen:

• Alleinerbschein
• Gruppenerbschein
• beschränkter Erbschein
• gemeinschaftlicher Erbschein
• Teilerbschein
• gemeinschaftlicher Teilerbschein

Den Erbschein gibt es beim Amtsgericht (Nachlassgericht) und in Baden-Württemberg sind ebenfalls Notare dafür zuständig.

Was benötigt man um einen Erbschein zu erlangen:

• Personalausweis
• die Sterbeurkunde
• Geburtsurkunden
• Scheidungsurkunden
• Heiratsurkunden
• Sterbeurkunden Vorverstorbener
• eidesstattliche Versicherung
• eidesstattliche Erklärung, dass die Angaben richtig sind
• Testament (falls eins vorliegt)
• Erbverträge des Erblassers
• eventuell auch das Familienstammbuch

Erbschaftssteuer

Zuerst muss man prüfen in welche Steuerklasse man fällt. Dann gilt es zu ermitteln welchen Freibetrag für einen steht. Des Weiteren gibt es viele Möglichkeiten Erbschaftssteuer zu sparen, diverse Steuerbegünstigungen und auch steuerliche Befreiungen. Gerne können Sie mit sämtlichen Fragen zum Thema Erbschaftssteuer und auch Schenkungssteuer auf mich zu kommen.

Personen

Freibetrag

Kinder oder Stiefkinder

400.000

Ehegatten und Lebenspartner

500.000

Kind eines verstorbenen Kindes/Stiefkindes 

400.000

Kind eines lebenden Kindes/Stiefkindes

Personen Steuerklasse 1

200.000

100.000

 

Gesetzliche Erben

Fehlt eine testamentarische Regelung so bestimmt das Gesetz die Erben. Es unterscheidet die gesetzlichen Erben nach ihrem Verwandtschaftsgrad in der Rangfolge. An der obersten Stelle stehen Witwen sowie die Kinder des Erblassers als Erben erster Ordnung. Aber auch Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel kommen beim Erbe evtl. zum Zug. Wir als Rechtsanwälte für Erbrecht Reutlingen prüfen für jeden Einzelfall, wer erbberechtigt ist und wie groß der Anteil am Erbe ist. 

Miterbe

Ein Miterbe ist eine Person die ein Erbe mit anderen Personen erworben hat. Diese bilden zusammen dann eine Erbengemeinschaft. Der Erblasser hat somit mehrere Angehörige als Erben gehabt, diese werden zu Miterben. Die Erbengemeinschaft besteht bis zur Erbauseinandersetzung und sämtliche Themen des Nachlasses geklärt wurden. Die Erbengemeinschaft ist für die Instandhaltung des Erbes verantwortlich und auch für die Erhaltungsmaßnahmen. 

Nachlassinsolvenz

Auch Schulden und Steuersünden lassen sich vererben. Wenn Sie als Erbe den Verdacht haben, dass Ihr Erbe aus Schulden besteht oder Schwarzgeld, sollten Sie sich dringend von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Wir bewahren Sie vor ruinösen Überraschungen im Erbe. Im Extremfall verhindern wir als Erbrecht Rechtsanwälte mit einer Nachlassinsolvenz, dass Sie mit Ihrem Gesamtvermögen haften.

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung kann schriftlich festgelegt werden wie man in diversen medizinischen Fällen vorgehen soll, oder was bei man bei einer Behandlung berücksichtigen muss (wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann, z.B. im Koma).

Pflichtteil (Pflichtteilanspruch)

Der Pflichtteil sichert den nächsten Angehörigen eine Mindestbeteiligung an dem Erbe. Der Pflichtteil muss im Normalfall auch gegen den Willen des Erblassers gewährt werden. Der Pflichtteil ist eine Ausnahme der Testament Freiheit, denn nur in begründeten Ausnahmefällen ist es erlaubt seine natürlichen Erben zu enterben. Der Pflichtteilsanspruch steht den Abkömmlingen des Erblassers zu, das sind die Kinder, Enkel und Urenkel. Ebenfalls sind die Eltern und die Ehegatten Pflichtteil berechtigt. Wie hoch ist denn der Pflichtteil: Im Normalfall ist der ¼ (25%) von der Geldmenge, denn der Pflichtteil ist ein reiner Geldanspruch. Ein Pflichtteilsanspruch verjährt nach drei Jahren. Ebenfalls gibt es noch einen Pflichtteilergänzungsanspruch, dafür sind alle berechtigt die auch Pflichtteil berechtigt sind. Es handelt sich hier um Schenkungen die der Erblasser im Laufe seines Lebens getan hat (10 Jahresfrist zu beachten).

 

Testament

Das deutsche Erbrecht ist komplex, aber gut durchdacht, jedoch nicht für Laien gemacht! Trotzdem setzen viele Erblasser ihren Nachlass selbst auf. Die Folge: Oft ein unwirksames Stück Papier und Streit unter den Erben, die meistens eng verwandt sind. Wir beugen dem vor.

Unser Rechtsrat garantiert ein korrektes Testament und damit weniger Streit. Wenn Sie Ihren Nachlass über uns als Rechtsanwalt ordnen, können Sie sicher sein, dass Ihre Nachkommen den letzten Willen respektieren.

Vollstreckung und Nachlassverwaltung:

Wir vertreten Sie mit Rat und Tat bei der Testamentsvollstreckung und verhindern die willkürliche Zerschlagung des Erbes. Kontaktieren Sie uns einfach ganz unverbindlich. Frau Ritter, erfahren in Sachen Erbrecht Reutlingen, berät Sie gerne bei Fragen des Nachlasses und der Nachfolgeplanung.

Vorsorgevollmacht

In dem Fall wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist selbst über rechtliche Angelegenheiten zu entscheiden (durch Krankheit oder Unfall) wird eine Vorsorgevollmacht eingesetzt. Hiermit kann eine andere Person (mit der Vorsorgevollmacht) für die betroffene Person Entscheidungen treffen. Im Normalfallfall bekommt ein Familienmitglied die Bevollmächtigung für soll eine Vollmacht der Vorsorge.

Wofür wird die Vorsorgevollmacht alles eingesetzt:

• Für diverse Bankgeschäfte
• Für den Verkauf von Immobilien
• Für das Alten- und Pflegeheim
• Für das Krankenhaus
• Für wichtige Rechtsgeschäfte

Die Vorsorgevollmacht kann individuell auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt werden.  So ein Vorsorgepaket gibt nicht nur im Alter Sicherheit, sondern auch schon junge Menschen sollten sich darüber Gedanken machen und sich mit solch einer Vorsorgevollmacht absichern lassen. In einer Notsituation bevollmächtigen Sie einen Vertreter der in Ihrem Willen handelt. Die Vollmacht ist ein Ersatz für eine rechtliche Betreuung.

Eine rechtswirksame Vorsorgevollmacht setzt voraus, dass der Vollmachtgeber mit seinem freien Willen handelt und noch absolut geschäftsfähig zu diesem Zeitpunkt ist. Wichtig ist es dass die Vorsorgevollmacht schriftlich festgehalten wird und diese eventuell noch notariell beglaubigt wird.

Oftmals wird die Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung verwechselt.